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Archive for April, 2009

Ein Münchner im (Basketball-) Himmel

Wir kennen alle diese Geschichten: Shaq verbrachte einen Teil seiner Kindheit in Deutschland, Shawn Bradley und Chris Kaman brachten es sogar aufgrund ihrer fernen germanischen Wurzeln in die deutsche Nationalmannschaft und Scottie Pippen wurde in Hamburg geboren (wenn auch nicht in der Hansestadt sondern in einem 3000-Seelen-Dorf in Arkansas).

Der aktuellste Fall eines Deutschen (und ich setze das nicht in Anführungszeichen, weil er nach eigenen Angaben eine deutsche Staatsbürgerschaft besitzt) in der NBA kommt aus München, Oberbayern. Donte Greene von den Sacramento Kings kam tatsächlich in der bayerischen Landeshauptstadt zur Welt und verbrachte die ersten Jahre seinens Lebens unter dem Weißwursthimmel.

Der Rookie hatte vor seinem ersten NBA Einsatz bereits zweimal das Team gewechselt und brachte es 2008/2009 auf 3,8 Punkte bei 55 Einsätzen.

In einem Interview bezeichnete Greene Deutschland sogar schon öffentlich als sein Heimatland und auf seiner Twitter-Seite war kürzlich Folgendes zu lesen: Beautiful day. I’m taking my son 2get his passport. Going 2 Germany in a couple months. I’m think’n bout playn for the German national team.

Greene stand zwar schon in der U18 Nationalmannschaft der Vereinigten Staaten, wo er Silber bei der Weltmeisterschaft gewann und man muss sich hier sicher durch einen Paragraphen-Dschungel schlagen, aber die Möglichkeit bei der Europameisterschaft mit Dirk, Chris und Donte gleich drei NBA Profis zu stellen, bringt uns doch alle gleich zum Träumen. Stimmen wir uns also mit Greenes 40-Punkte-Auftritt in der Summer-League auf eine erfolgreiche Eurobasket 2009 ein:


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Vom College Parkett auf den Profi Rasen

J´Nathan Bullock war der Star in seinem Basketball Team. Zugegeben, Cleveland State ist nicht der Nabel der (College-) Basketball-Welt, aber immerhin konnten die Vikings 2009 die Meisterschaft ihrer Horizon League gewinnen und sorgten im NCAA Turnier für eine Überraschung als sie die an Position Vier gesetzten Demon Deacons aus Wake Forest rausboxten. In der zweiten Runde war dann aber Schluss. Im Duell der Underdogs mussten sie sich Arizona geschlagen geben. Trotzdem ein toller Erfolg, war es doch erst die zweite Turnierteilnahme seit 1986.

Bullock war mit 15,2 Punkten und 7,1 Rebounds der Anführer des Teams, wiederholte seine Wahl ins All-Horizon-Team und wurde viertbester Scorer der Schulgeschichte. Der Senior konnte also auf eine gelungene College-Laufbahn zurückblicken und meldete sich an zur Draft…zur NFL Draft!

Seine High School Zeit verbrachte Bullock an der Northern High in Flint, Michigan. Dort war er mit 20,6 Punkten und 13 Rebounds gut für zahlreiche Auszeichnungen sowie einer Nominierung zum McDonalds All-America Team. Zusätzlich war er aber auch ein überaus talentierter Football-Spieler, der alle Offensiv-Positionen beherrschte und auch als Linebacker aushalf.

Diese Vergangenheit nutzte J´Nathan nun um seinen Traum vom Profisport in die Realität zu bringen. Es gelang ihm, bei einem angesetzten Workout mehrere NFL Scouts auf den Plan zu rufen, dann, als der Draft gekommen war, wurde sein Name jedoch nicht aufgerufen.

Trotzdem bekommt er nun die Chance. Die New York Jets gaben ihm einen Vertrag als Free Agent. Vom Power Forward zum Tight End. Es ist noch nicht sicher, ob Bullock den Start der Saison miterleben wird, aber er hat einen breiten Fuß in die Tür gesetzt.
J´Nathan Bullock beim Workout

quelle: www.cleveland.com

Die Geschichte erinnert bisher stark an die von Antonio Gates, welcher ebenfalls aus einer Highschool in Michigan (Detroit Central High) den Sprung in eine NCAA Basketball Mannschaft vollzog. Mit Kent State konnte er sogar bis in die Elite Eight vordringen und brachte es in seinem letzten Schuljahr auf 20,6 Punkte, 7,7 Rebounds und 4,1 Assists. Auch er kam nicht über die Draft sondern als Free Agent in die NFL- zu den San Diego Chargers.

Für Gates war es die richtige Entscheidung. Er nahm bereits an fünf Pro Bowls teil (quasi das All Star Game der NFL) und wurde drei Mal ins All-First-Team berufen. Wie in Zukunft Bullock, spielt auch Gates den Tight End- und zwar äußerst erfolgreich. Er brach den NFL Rekord für Touchdowns auf dieser Position.

Es gibt also noch viel zu erledigen für J´Nathan Bullock, will er die Fußstapfen von Antonio Gates füllen.

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NBA Champion der verlorenen Talente

Hätte Carmelo Anthony in Spiel 4 nicht zweimal nur den Ring getroffen (denkbar knapp), wären die New Orleans Hornets heute bereits im Sommer-Urlaub. Nach der 63 zu 121 Niederlage in Denver kann man sagen, verdient. 58 Punkte Unterschied, das egalisiert einen Play Off Rekord von 1956, als George Mikans Minneapolis Lakers gegen St Louis mit 133 zu 75 gewannen. 1956, das Jahr als sich Fidel Castro von Mexiko aus zur Revolution aufmachte und die Welt das Videoband erfand.

31 Prozent Feldwurfquote und 26 Turnovers- so können die Hornets einpacken und die Draft-Planungen beginnen. Etwas, wovon die Macher in New Orleans (ehemals Charlotte) mehr verstehen als vom Gewinnen von Play-Off Runden.

Werfen wir mal einen Blick auf die Draft-Historie der Hornets und erkennen, dass es wohl kaum eine Mannschaft gibt, die so feine Picks Jahr für Jahr an Land zieht.

2008
Keine Draft Picks. OK, Enthaltung ist manchmal auch ein probates Mittel.

2007 Julian Wright (Pick #13)
2007 war der Draft-Jahrgang, den NCAA Guru Dick Vitale mit „besser als den von 2003“ bezeichnete.OK, 2003 war das Jahr von Lebron James, Carmelo Anthony, Dwyane Wade und Chris Bosh, Spieler die sofort einschlugen wie eine Bombe, aber was Vitale hinzufügte war, dass die Spieler des 2007er Drafts etwas mehr Zeit bräuchten. Man erkennt langsam die zukünftige Bedeutung von Spielern wie Kevin Durant, Thaddeus Young, Joakim Noah, Al Thornton, Nick Young oder Rodney Stuckey. Und auch Julian Wright bereitet sich auf eine lange Karriere in der Liga vor. In vielen anderen Teams würde er schon eine wichtigere Rolle bekleiden. Hinter James Posey, Rasual Butler und Peja Stojakovic wirken seine vier Punkte und drei Rebounds noch relativ unspektakulär (ganz im Gegenteil zu seinen Dunks). Lasst uns jetzt noch ein bisschen über ihn lachen, aber reden wir nochmal in drei Jahren, wenn er sich in dieser Liga etabliert haben sollte.

2006 Hilton Armstrong (#12)
Armstrong ist bisher noch hinter seinen Erwartungen zurückgeblieben. Nur elf Minuten pro Spiel in seinem dritten Jahr. Es steckt durchaus eine Menge Talent in dem Center, doch langsam wird es mal Zeit, dieses abzurufen.
Bei Cedric Simmons, der auch 2006 gedraftet wurde und mittlerweile bei den Kings untergekommen ist, bleibt eine Fortsetzung der NBA Karriere fraglich…D-League Kaliber.

O.K. bisher wirkt meine Behauptung in der Überschrift noch nicht überzeugend, aber sehen wir weiter…

2005 Chris Paul (4)
Was soll man sagen? Franchise Player, Point Guard der neuen Ära und Olympia Sieger. Auch wenn er in der Play Off Serie gegen Denver entäuscht (Spiel vier ausgenommen), Chris Paul wird noch eine Menge All Star Games in seiner Karriere buchen. Superstar.
Brandon Bass (#33)
Und hier beginnt die eigentliche Geschichte. Spieler, die von den Hornets gedraftet wurden und in anderen Teams glänzen. Brandon Bass hat sich zu einem Bodyguard (bzw Forward) von Dirk Nowitzki entwickelt. 8,5 Punkte, 4,5 Rebounds- aus Rick Carlisle`s Spurs-vernichtender Rotation nicht mehr wegzudenken.

2004 JR Smith (#18)
Ein weiterer Spieler der dieses Jahr eine Runde weiter kommen sollte als sein altes Team. Und noch bitterer: Er hat gehörigen Anteil am Ausscheiden der Hornets. Smith wurde Zweiter bei der diesjährigen Wahl zum besten sechsten Mann. Karrierebestleistungen in nahezu allen statistischen Bereichen und zwei 40-Punkte-Ausraster. Wenn da mal jemand nicht zu früh eine Vertragsverlängerung unterschrieben hat.

2003 David West (#18)
Einer der seltenen „Daheimgebliebenen“…noch… wird sein Name doch gerade wieder in (verfrühten) Trade Diskussionen laut. West konnte dieses Jahr zum zweiten Mal All Star werden und verbesserte seinen Punkteschnitt zum sechsten Mal in Folge. 21 Zähler streut er mittlerweile ein, trotzdem ein oft unterschätzter Spieler.

2002 keine Draft Picks
Muss ja auch mal sein.

2001 Kirk Haston
OK, Ausnahmen bestätigen die Regel. Wer ist Kirk Haston?

2000 Jamaal Magloire (#19)
Magloire`s Karriere war eher kurz, das sage ich, obwohl sie noch nicht vorbei ist. Mittlerweile wird er von Josh Smith rumgeschubst und versucht als Bankspieler in Miami was zu reißen. Seit zwei Jahren sind seine Auftritte nicht mehr der Rede wert, aber vergessen wir nicht wo er einmal stand. Auch er wurde mit einer All-Star-Auszeichnung bedacht und war in seiner Zeit bei den Hornets ein respektierter Centerspieler.

1999 Baron Davis (3)
Über den braucht man nicht viel sagen. Schade nur, dass er nicht bei den Warriors geblieben ist, als dort gerade etwas zu entstehen begann. Stattdessen zog er sein heimisches Clipperland vor, wo er nun für den Rest seiner Karriere um die goldene Ananas spielen könnte.
Lee Nailon (#43)
Eine noch kürzere Karriere als Magloire hatte Lee Nailon. Erinnert sich überhaupt noch jemand an den Namen? In seiner Rückkehr zu den Hornets, nachdem er bei den Knicks, Hawks, Magic und Cavs unterwegs war, erzielte er 14 Punkte in 68 Spielen. Zwei Jahre später war alles vorbei. Trotzdem, nicht schlecht für den 43.Pick.

1998 Ricky Davis (#21)
Wie JR Smith ein Überdunker und schwieriger Charakter. Sein Triple-Double-Rip-Off (siehe unten, immer wieder lustig) ist wohl ein einzigartiger Klassiker in der NBA. Als passende Strafe darf auch er nun bei den Clippers rumdribbeln. Aber vergessen wir nicht, Davis war immer für 20 Punkte gut und brachte Action und Würze auf das Spielfeld. Schade für ihn…er war in Miami bevor sie Champion wurden, in Boston bevor sie Champion wurden und in Cleveland bevor…naja.

Brad Miller (undrafted)
Wieder ein Ex-Hornet, der in den diesjährigen Play-Offs an die Tür zum Conference Semifinale klopft. Zweimaliger All-Star mit Karrierewerten von zwölf Punkten und knapp acht Rebounds in über 700 Spielen. Nur die ersten zwei Jahre hielt es ihn in Charlotte.

1997 keine Draft Picks

1996 Kobe Bryant (#13)
Ja, auch Kobe Bryant war eine Hornisse, für ungefähr einen Tag. Für Vlade Divac nach Los Angeles verschippt und dort dann zum Michael Jordan 2 entwickelt. Aber man hätte ihn sowieso nicht halten können. Was sich wie der übelste Trade der Geschichte anhört, war von den Hornets komplett richtig gehandlet worden. Kobe hatte nie Interesse in einem kleinen Markt zu spielen.

Trotzdem zog man 1996 noch zwei weitere solide Spieler. Tony Delk konnte zwar nie der NBA Spieler werden, was der College Spieler versprach, trotzdem gelang ihm mit seinem 53 Punkte Spiel ein Statement für die Ewigkeit. Und Malik Rose verfaulte lange Zeit auf Isiah`s Knicks-Bank, doch die Menschen ihn San Antonio haben ihn noch in liebevoller Erinnerung.

Die Alonzo Mournings, Larry Johnsons, Kendall Gills, JR Reids und Rex Chapmans der voran gegangenen Jahre will ich hier nur noch am Rande erwähnen, weil unsere Zeitreise sonst zu lange dauern würde.

Seien wir gespannt, wen die Hornets mit ihrem Pick Nummer 21 dieses Jahr holen. Eine Region, die der Franchise bisher gelegen hat. Und seien wir (relativ) sicher, dass es ein junger Mann sein wird, der für zehn Jahre in der NBA bestehen kann.

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