Archive for November, 2009
November 15, 2009 von Laura um 11:27 pm · Abgelegt unter: NBA, Neuigkeiten
Brandon Jennings hat schon jetzt ein Stück NBA-Geschichte geschrieben. 55 Punkte erzielte der Rookie der Milwaukee Bucks gegen die Golden State Warriors. Nur drei Spieler haben in ihrer ersten Saison mehr Punkte verbuchen können. Zuletzt war das Earl Monroe 1968 gelungen – also vor 41 Jahren.
Von außen war er nicht zu stoppen
Alleine im dritten Viertel kam Jennings auf 29 Punkte. Damit leitete er die Aufholjagd seiner Mannschaft quasi im Alleingang ein. In dieser Phase traf Jennings fast jeden Wurf. Aus der Mitteldistanz und von der Dreierlinie schloss er immer wieder mit seinem schnellen Jumpshot ab. Die Warriors-Verteidigung ließ ihm aber auch jeweils genügend Platz. Spätestens nach den ersten Würfen hätte sein Gegenspieler Corey Maggette ihn enger decken müssen.
Die 55 Punkte sind daher auch auf die Schwäche seiner Defense zurückzuführen, die ihm alle Freiheiten gab und die Jennings konsequent ausnutzte. Daher ist dieses Spiel auch nicht als Einzelfall zu werten.
Jennings ist derzeit der beste Rookie
Seine Stats bisher sind beeindruckend. Mit einem Schnitt von 27,6 Punkten und 5,1 Assists führt er seinen Jahrgang in beiden Kategorien an. Mit 49,6 Prozent ist auch seine Trefferquote aus dem Feld sehr gut. Nur seine Assists-Turnover-Ratio ist mit 1,5 noch verbesserungswürdig. Bei einem jungen Point Guard ist das aber vollkommen normal.
Jennings hat gegenüber seinen Rookie-Kollegen einen großen Vorteil: Er hat vergangene Saison bereits als Profi in Italien bei Lottomatica Rom gespielt, während die anderen Neulinge wohlbehütet auf dem College waren. Daher kennt er das Leben als Profi und weiß, dass man sich jede Minute Spielzeit hart erarbeiten muss. Dort hat er eher durchgewachsene Leistungen abgeliefert, weshalb er im Draft erst an zehnter Stelle von den Bucks gezogen wurde. Solche Schwankungen wird er auch noch in der NBA erleben, aber er hat bereits gezeigt, dass er mit dem Basketball sehr gut umgehen kann. Sein Weg nach Rom war nur in Bezug auf die Draft-Position ein Rückschritt, hat ihn aber spielerisch vorangebracht.
In den nächsten Wochen, Monaten und auch Jahren können wir uns auf viele großartige Leistungen von Jennings freuen, der das Talent hat, zu einem der Top-Guards der NBA aufzusteigen. Denn er ist mit einem sicheren Wurf von außen sowie einer guten Spielübersicht ausgestattet. Sein Drive zum Korb ist für einen Aufbau nicht schlecht und mit dem Floater hat er eine wirkungsvolle Waffe für die Zone in seinem Repertoire.
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November 15, 2009 von Laura um 7:13 pm · Abgelegt unter: NBA, NBA rumors, Neuigkeiten
Etwa eine Woche dauert nun schon die Auszeit von Allen Iverson. Ob und wann er zurückkehrt, bleibt weiter unklar. Wie geht es für ihn weiter? Zeit für Spekulationen und Gerüchte.
Die Ausgangslage:
Iverson hat die Memphis Grizzlies verlassen, um persönliche Angelegenheiten zu lösen. Ob das stimmt, kann getrost angezweifelt werden. Zumindest wird das nicht der einzige Grund sein, warum A.I. sein Team alleine lässt. Nachdem er den Saisonstart aufgrund einer Verletzung am Oberschenkel verletzt hatte, war er unzufrieden gewesen mit seiner Spielzeit. Mit lediglich 12,3 Punkten und 2,3 Assists lieferte er für ihn dürfitige Stats ab. Kurz bevor sich Iverson zurückzog, erklärte sein Coach, Lionel Hollins, zudem, dass er auch weiterhin von der Bank kommen würde.
Darum ist Memphis keine Option für Iverson:
Wenn Iverson zurück zu den Grizzlies geht, wird er sich dort wieder dem System von Hollins unterordnen müssen. Er wird seine Rolle als Bankspieler annehmen müssen. Und er wird sich weitere Spielzeit erst erarbeiten müssen. Dass Hollins ihm diese Rolle gegeben hat, war auf der einen Seite naiv. Schließlich hat Iversons Episode bei den Detroit Pistons verdeutlicht, dass er nur einen Platz in der Starting Five annimmt – und auch nur dann gute Leistungen zeigen kann. Hollins wollte den zuvor verletzten Star vielleicht behutsam an die NBA heranführen – das war ein Fehler. Dass Iverson das als Degradierung und Demütigung empfinden würde, hätte ihm klar sein müssen.
Aber auf der anderen Seite hat Hollins mit Mike Conley und O.J. Mayo zwei aufstrebende Guards im Roster. Sollte er sie nur aufgrund der Star-Allüren eines viermaligen Scoring-Champions auf die Bank schicken? Die Entscheidung von Hollins ist durchaus nachvollziehbar und wirft die Frage auf, warum die Franchise den Point Guard verpflichtet hat. Hollins wird seine Linie weiterfahren, sollte Iverson zurückkommen. Ansonsten würde er schließlich auch seine eigene Autorität untergraben. Und damit würde Iverson sicher nicht zurecht kommen, außer wenn er sich gerade einem radikalen Charakterwechsel unterzieht.
Darum steht Iverson nicht bei vielen Teams auf der Wunschliste:
Schon im Sommer hatte Iverson es schwer, eine neue Mannschaft zu finden. Als einer der letzten Free Agents ging er nach Memphis, auch weil er kaum andere Möglichkeiten hatte. Einigen Teams war Interesse nachgesagt worden, aber zu konkreten Verhandlungen war es meist nicht gekommen. Durch sein Auftreten bei den Grizzlies hat sich seine Position nicht gerade verbessert.
Jede Mannschaft, die ihn verpflichtet, muss sich über zwei Dinge klar sein: Iverson braucht einen Platz in der Starting Five und viel Spielzeit. Andere Spieler aus der bisher eingespielten Mannschaft werden daher zurücktreten müssen, was die Team-Chemie enorm stören kann. Dennoch gibt es Mannschaften, für die ein Engagement von Iverson interessant sein könnte, vielleicht sogar müsste – denn so billig kann man einen so guten Spieler selten bekommen.
Diese Teams könnten Iverson verpflichten:
Wenn man neue Manschaften für Iverson sucht, dann muss man sich im Tabellenkeller umsehen. Denn Iverson ist nicht das fehlende Puzzle-Teil, das einem Contender zum Titelgewinn fehlt. Er braucht eine Mannschaft, bei der er der unumstrittene Star ist und die notfalls für ihn spielt. Zwei Teams könnten Verstärkung auf den Guards gebrauchen: die Charlotte Bobcats und die New York Knicks.
Bei den Bobcats war Iverson bereits im Sommer gehandelt worden. Schließlich könnte er dort unter seinem alten Coach Larry Brown spielen. Zudem hat die Franchise mit Raymond Felton einen ordentlichen, aber eben auch nicht sonderlich guten Aufbau. Iverson würde dem Team Scoring-Power geben und den unbedingten Willen zum Sieg. Eine Saison, die bisher mit gerade mal drei Siegen aus neun Spielen mager begonnen hat, könnte vielleicht noch in den Play Offs enden.
Die Knicks haben in der Off Season ebenfalls nach Verstärkung auf der Eins gesucht. Und niemanden gefunden, auch weil sie mit Rücksicht auf 2010 nur Einjahresverträge verteilen wollten. Ergebnis: Der Kader ist so schwach besetzt wie noch nie in New York. Ein einziges Spiel konnten die Knicks bisher gewinnen. Dass es keine ruhmreiche Saison werden würde, war der Führung sicher schon vorher klar. Aber so schlimm? Wenn die Knicks im Sommer LeBron James verpflichten wollen, müssen sie nicht nur Cash bieten, sondern auch eine bessere Tabellenplatzierung. Dabei könnte ihnen Iverson helfen. Den derzeitigen Starting Point Guard Chris Duhon würde er mühelos aus der Ersten Fünf vertreiben. Aufgrund mangelnder Alternativen im Angriff würde er zudem die erste Option sein.
Oder doch Karriereende?
Die Suche nach einem neuen Team könnte sich für Iverson leicht zu einem Langzeitprojekt entwickeln. Je länger “The Answer” wartet, desto mehr wird er sich folgende Frage stellen: Muss ich mir das wirklich antun? Jede Mannschaft, die ihn aufnehmen würde, hat mit dem Kampf um die Play Offs nichts zu tun. Iverson aber will gewinnen. Jedes neue Engagement würde für ihn viel Frustration bedeuten. Gut möglich, dass er sich zweimal überlegt, ob es das wirklich wert ist.
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November 7, 2009 von Laura um 6:32 pm · Abgelegt unter: NBA, Neuigkeiten
Sieben Spiele, drei Niederlagen – die Cleveland Cavaliers starten mäßig in die Saison. Derzeit sind sie vom Titel weiter weg als vergangene Spielzeit. Und das obwohl sie mit Shaquille O’Neal das vermeintlich fehlende Puzzle-Stück für viel Geld geholt haben. Zeit für eine erste Bilanz.
Es fehlt Entlastung für LeBron
LeBron James fehlt nach wie vor ein zweiter Scorer. Bei den Siegen gegen die Minnesota Timberwolves und gegen die Washington Wizards machte jeweils ein zweiter Spieler neben James über 20 Punkte. Gegen die Charlotte Bobcats war nicht LBJ der Topscorer. Er kam „nur“ auf 14 Punkte, verteilte dafür umso mehr Assists und Shaquille O’Neal erzielte über 20 Zähler. Einzig beim Sieg gegen die New York Knicks geht diese einfache Rechnung nicht auf. Das liegt jedoch eher daran, dass die Partie schon früh entschieden war und das Scoring entsprechend über die gesamte Mannschaft – und im Gegensatz zu vielen anderen Spielen – auch über die Bank verteilt war.
Nur in einem einzigen Spiel hat Shaq bisher seine Scoring-Power unter Beweis gestellt: In besagter Partie gegen die Bobcats. Ansonsten kommt er im Schnitt auf gerade mal 11,8 Punkte und 8,0 Rebounds. Das sind ordentliche Werte für einen 37-Jährigen, aber das reicht sicher nicht aus, um den Cavaliers zum Titel zu verhelfen – und nur der zählt im letzten Jahr von LeBron James Vertrag.
Match-Up Probleme in der Zone
Shaq war vor allem geholt worden, um gegen Teams mit einem starken Center kein Match-Up Problem zu bekommen. Zur Erinnerung: In den Play Offs 2009 waren die Cavs in den Conference Finals gegen die Orlando Magic ausgeschieden, die mit Dwight Howard einen der athletischsten Big Men der Liga in ihren Reihen haben. Nur waren sie nicht wegen Howards Dominanz ausgeschieden, sondern weil die Magic von außen trafen.
Die meisten Mannschaften setzen dagegen eher auf beweglichere Center, die auch aus der Mitteldistanz abschließen oder mit viel Drive zum Korb gehen können. In diesen Match-Ups hat jedoch O’Neal mit seiner mangelnden Geschwindigkeit ein Problem. In fast allen Spielen scort der direkte Gegenspieler von Shaq mehr als er und holt auch mehr Rebounds. Anstatt Dominanz in der Zone auszustrahlen, bringt O’Neal genau das Gegenteil.
Das fehlende Puzzle-Stück oder nur Verzweiflung?
Bisher ist die Verpflichtung von Shaq ein Missverständnis. Denn er passt nicht wirklich in das System der Cavaliers, die offensichtlich – zumindest noch – nicht viel mit ihm anzufangen wissen. Um ihre eigenen Stärken auszuspielen, müssten sie schnell spielen. Aber dann können sie O’Neal nicht einsetzen. Der kommt zwar von der Run-and-Gun Maschine der Phoenix Suns, hat aber auch dort immer etwas Fehl am Platz gewirkt.
Aber die Saison steht noch am Anfang. Shaq wird in der Offense sicher nicht viel mehr Scoring-Power entfalten können. Aber wenn die Cavs einige Plays einstudiert haben, bei denen der Ball über den großen Center läuft, dann könnte er als Ballverteiler am Rande der Zone wertvoll werden. Denn einen O’Neal lässt kein Team der Liga alleine in der Nähe des Bretts stehen. Nach wie vor zieht er alleine durch seine Präsenz Double-Teams auf sich. Das kann der Schlüssel zu einer besseren Bilanz sein. Der Schlüssel zum Titel wird es indes nicht sein.
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