Brandon Jennings hat schon jetzt ein Stück NBA-Geschichte geschrieben. 55 Punkte erzielte der Rookie der Milwaukee Bucks gegen die Golden State Warriors. Nur drei Spieler haben in ihrer ersten Saison mehr Punkte verbuchen können. Zuletzt war das Earl Monroe 1968 gelungen – also vor 41 Jahren.
Von außen war er nicht zu stoppen
Alleine im dritten Viertel kam Jennings auf 29 Punkte. Damit leitete er die Aufholjagd seiner Mannschaft quasi im Alleingang ein. In dieser Phase traf Jennings fast jeden Wurf. Aus der Mitteldistanz und von der Dreierlinie schloss er immer wieder mit seinem schnellen Jumpshot ab. Die Warriors-Verteidigung ließ ihm aber auch jeweils genügend Platz. Spätestens nach den ersten Würfen hätte sein Gegenspieler Corey Maggette ihn enger decken müssen.
Die 55 Punkte sind daher auch auf die Schwäche seiner Defense zurückzuführen, die ihm alle Freiheiten gab und die Jennings konsequent ausnutzte. Daher ist dieses Spiel auch nicht als Einzelfall zu werten.
Jennings ist derzeit der beste Rookie
Seine Stats bisher sind beeindruckend. Mit einem Schnitt von 27,6 Punkten und 5,1 Assists führt er seinen Jahrgang in beiden Kategorien an. Mit 49,6 Prozent ist auch seine Trefferquote aus dem Feld sehr gut. Nur seine Assists-Turnover-Ratio ist mit 1,5 noch verbesserungswürdig. Bei einem jungen Point Guard ist das aber vollkommen normal.
Jennings hat gegenüber seinen Rookie-Kollegen einen großen Vorteil: Er hat vergangene Saison bereits als Profi in Italien bei Lottomatica Rom gespielt, während die anderen Neulinge wohlbehütet auf dem College waren. Daher kennt er das Leben als Profi und weiß, dass man sich jede Minute Spielzeit hart erarbeiten muss. Dort hat er eher durchgewachsene Leistungen abgeliefert, weshalb er im Draft erst an zehnter Stelle von den Bucks gezogen wurde. Solche Schwankungen wird er auch noch in der NBA erleben, aber er hat bereits gezeigt, dass er mit dem Basketball sehr gut umgehen kann. Sein Weg nach Rom war nur in Bezug auf die Draft-Position ein Rückschritt, hat ihn aber spielerisch vorangebracht.
In den nächsten Wochen, Monaten und auch Jahren können wir uns auf viele großartige Leistungen von Jennings freuen, der das Talent hat, zu einem der Top-Guards der NBA aufzusteigen. Denn er ist mit einem sicheren Wurf von außen sowie einer guten Spielübersicht ausgestattet. Sein Drive zum Korb ist für einen Aufbau nicht schlecht und mit dem Floater hat er eine wirkungsvolle Waffe für die Zone in seinem Repertoire.
