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Archive for Basketball WM

Die Titel-Chancen von Serbien, Türkei, Litauen und den USA bei der Basketball WM

Serbien, Türkei, Litauen und die USA – das sind die Mannschaften, die es bis ins Halbfinale der Basketball WM geschafft haben. Die drei ersten Teams hatte vor dem Turnier wohl kaum einer richtig auf der Rechnung, jetzt könnten sie für die Sensation sorgen. Wir analysieren die Titel-Chancen der Teams aus dem Halbfinale.

Serbien

Durch einen Wahnsinns-Dreier von Milos Teodosic sind die Serben ins Halbfinale eingezogen, wo sie auf die Türkei treffen werden. Vor der Kulisse in Istanbul wird es für Serbien sicherlich nicht leicht sein, aber der Sieg gegen Spanien dürfte dem Team enormes Selbstvertrauen gegeben haben. Damit hat Serbien durchaus die Möglichkeit, ins Finale einzuziehen.

Für das junge Team wird es zum WM-Titel aber kaum reichen. Denn dafür fehlt den Serben, die im Schnitt gerade mal 23,2 Jahre alt sind, schlichtweg die Erfahrung. Verlass ist zwar auf NBA-Profi Nenad Krstic, der bisher über das gesamte Turnier konstant punktet und reboundet. Im Schnitt legt der Center 15,2 Punkte und 7,5 Rebounds auf. Aber der restliche Kader wird in einem möglichen Finale gegen die USA kaum bestehen können.

Titel-Chancen: 5 Prozent

Türkei

Das Finale ist das Ziel für die Türkei, wie Hedo Turkoglu bereits festgestellt hat. Mit den eigenen Fans im Rücken ist das Finale greifbar nahe – vor allem wenn Ersan Ilyasova weiterhin so stark spielt. Der Forward überragte zuletzt gegen Slowenien mit 19 Punkten bei einer Trefferquote von 80 Prozent und 5 Rebounds. Insgesamt kommt er im Schnitt auf 15,7 Punkte und 7,7 Rebounds.

Das Spiel gegen Serbien wird schwierig, ist für die Türkei aber machbar. Und im Finale wären die Türken vor ihrem eigenem Publikum sicher nicht leicht zu schlagen. Die Türkei hat durchaus Chancen, die Sensation zu schaffen.

Titel-Chancen: 20 Prozent

Litauen

Litauen war mit einer Wildcard zur WM gekommen und steht nun erstmals in der Geschichte im Halbfinale. Schon alleine das ist ein Erfolg für das Team von Coach Kestutis Kemzura. Und der hat seine Mannschaft bisher immer gut eingestellt. Im Viertelfinale musste Litauen schließlich immerhin Argentinien schlagen, um weiterzukommen.

Gegen die USA wird es zwar deutlich schwerer, aber wenn die Litauer weiter so gut von außen treffen wie gegen Argentinien, ist ein Sieg durchaus drin. In dieser Partie wird viel darauf ankommen, wie gut die Litauer Kevin Durant im Griff behalten können, der bisher eine überragende WM spielt. Sollte Litauen das Finale erreichen, ist alles drin!

Titel-Chancen: 15 Prozent

USA

Die USA sind der Top-Favorit auf den WM-Titel. Nicht nur aufgrund ihrer individuellen Fähigkeiten, sondern in erster Lini aufgrund des guten Team-Plays haben die USA bisher in (fast) allen Spielen souverän gespielt. Beeindruckend ist auch die Defense, die bislang zu 79 Steals im gesamten Turnier geführt hat. Zum Vergleich: Litauen kommt auf gerade mal 37.

Einzig Brasilien hatte die USA in der Vorrunde am Rande einer Niederlage. Russland hielt im Viertelfinale ebenfalls lange mit, brach dann aber doch ein. Aber die USA sind natürlich nicht unschlagbar. Nach wie vor ist der Kader auf den tiefen Positionen nicht gut besetzt. Sowohl gegen Serbien als auch gegen die Türkei würde das problematisch werden. Serbien hat unter dem Korb Nenad Krstic und Dusko Savanovic stehen, die Türkei Ersan Ilyasova, Semih Erden und Ömer Asik.

Titel-Chancen: 60 Prozent

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Hedo Turkoglu spricht vom WM-Finale für die Türkei

Die Liste der WM-Favoriten war lange klar: Spanien und USA sah die gesamte Basketball Welt im Finale. Argentinien und Brasilien wurden dazu noch Außenseiter-Chancen eingeräumt. Mit etwas gutem Willen hätten man auch noch Griechenland oder Frankreich in diesem Zusammenhang erwähnt. Von der Türkei hätte aber sicher keiner gesprochen. Das war vor der WM.

Sechs Spiele – sechs Siege für die Türkei

Nach dem Achtelfinale ist der Gastgeber noch ungeschlagen und Hedo Turkoglu spricht ganz offen davon, dass das Team ins Finale will. Und ganz unwahrscheinlich wirkt das tatsächlich nicht. Die Türkei hatte in der Vorrunde mit Griechenland, Russland, China, Puerto Rico und der Elfenbeinküste keine ganz leichte Gruppe. Trotzdem gab es auch gegen Griechenland und Russland relativ deutliche Siege mit 11 bzw. 9 Punkten. Und im Achtelfinale bezwangen die Türken Frankreich souverän mit 95:77.

Auf dem Weg ins Finale geht es im Viertelfinale erstmal gegen Slowenien. Rein von der Papier-Form her ist die Türkei stärker einzustufen, aber Slowenien hat in der Vorrunde immerhin bereits Brasilien und Kroatien geschlagen. Mit der Unterstützung der Fans – oder der ganzen Nation, wie Hedo Turkoglu sagt – geht die Türkei dennoch als Favorit in die Partie. Im Halbfinale würde das Team dann entweder auf Serbien oder Spanien treffen, die ebenfalls schlagbar sind.

Hedo Turkoglu

Turkoglu und ein junges NBA Trio

Die Türkei gehört bei der Basketball WM zu den stärksten Teams und braucht sich vor niemandem zu verstecken. Ein Grund dafür ist die plötzliche Leistungssteigerung von Hedo Turkoglu. Der Forward wirkte vergangene Saison bei den Toronto Raptors oft gehemmt und suchte vergeblich nach seinem Rhythmus. Für die Türkei legt er nun im Schnitt 11,5 Punkte, 4,2 Rebounds und 3,8 Assists auf.

Neben ihm glänzt auch der andere NBA-Profi Ersan Ilyasova von den Milwaukee Bucks, der 15,0 Punkte und 8,2 Rebounds hinter seinem Namen stehen hat. Dazu überzeugen Ömer Asik und Semih Erden, die unmittelbar vor ihrem Debüt in der NBA stehen. Asik kommt auf 10,16 Punkte und Erden auf 9,66. Mit diesen dreien wächst in der Türkei eine Goldene Generation heran, die in der Zukunft noch für Aufsehen sorgen möchte und die schon jetzt für eine Sensation sorgen kann.

Noch ist es ein weiter Weg bis ins WM-Finale

Bei aller Freude über die bisherigen Vorstellungen tut die Türkei aber gut daran, die Erwartungen nicht zu hoch zu schrauben. Denn das Finale ist zwar möglich, gerät aber mit einer einzigen Niederlage bereits außer Reichweite. Erst bei der EuroBasket 2009 hat die Türkei das erfahren müssen, als das Team in der Gruppen-Phase sowohl Serbien als auch Spanien schlug, nur um dann gegen Griechenland auszuscheiden.

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International wird zuviel Basketball gespielt

Deutschlands Handballer proben derzeit den Aufstand gegen das System. Die Spieler haben eine Gewerkschaft gegründet und wollen zusammen mit den Gewerkschaften der anderen europäischen Ligen den Spielplan verkürzen. Derzeit kommt ein Bundesliga-Handballer von einem Top-Klub auf bis zu 80 Einsätze im Jahr. Jedes Jahr findet zudem entweder eine Europa- oder eine Weltmeisterschaft statt. Zuviel sagen die Spieler, die sich mit Verletzungen plagen und mehr Zeit zur Regeneration fordern. Gerade auf den internationalen Kalender wollen die Handballer nun Einfluss nehmen.

Beim Basketball ist der Termin-Kalender ebenfalls bereits vollgepackt. Ein NBA Spieler kommt schon während der Regular Season auf 82 Spiele und bis zu 28 weitere Spiele in den Playoffs. Mit den Nationalmannschaften kommen ebenfalls jährliche Welt- oder Europameisterschaften hinzu. Zwar findet die WM nur alle vier Jahre statt, aber die EM steht alle zwei Jahre auf dem Programm.

Während beim Handball die besten Spieler an den internationalen Turnieren teilnehmen, sieht das beim Basketball anders aus. Da der Stellenwert von Kontinental- oder Weltmeisterschaften in den USA wesentlich geringer ist als in Europa, nehmen viele NBA Spieler einfach an den Turnieren nicht teil. Statt LeBron James und Dwight Howard laufen für das Team USA in der Türkei Eric Gordon oder Kevin Love auf. Und ihre europäischen Kollegen wie Dirk Nowitzki oder Tony Parker tun zum Teil das gleiche.

Das kann kaum im Sinne der FIBA sein, die Basketball aus dem Schatten von Fußball herausheben und weltweit vermarkten möchte. Was also sollte man tun, um Welt- und Kontinental-Meisterschaften für die NBA-Profis attraktiver zu machen? Zunächst einmal muss der internationale Kalender überdacht werden. Nur je eine Europameisterschaft, Weltmeisterschaft und Olympische Spiele in vier Jahren wären sinnvoller und würden den Basketballern zumindest einen freien Sommer geben.

Möglich wäre es auch, die Kontinentalmeisterschaft in den gleichen Sommer wie die Weltmeisterschaft zu legen. Dann könnten zum Beispiel bei der EM gleichzeitig die Teams für die WM ausgespielt werden. Der Stellenwert der EM würde zwar sinken, aber die Roster der Nationalmannschaften könnten im End-Effekt durchaus besser dastehen: Schließlich müsste man auch die Stars für die EM rekrutieren, um sich bei dem Turnier gleich auf die Weltmeisterschaft vorzubereiten. In dem Fall gäbe es sogar zwei freie Sommer für Dirk Nowitzki und Co.

Und natürlich auch gleich zwei Sommer, in denen Basketball Fans auf der ganzen Welt kein Turnier verfolgen können. Aber ganz ehrlich, welche Bedeutung hat ein EM- oder WM-Titel, wenn man sich ständig fragen muss, was gewesen wäre, wenn wirklich die besten Spieler teilgenommen hätten?

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