Ueber die Jahre habe ich das Geschehen bei der Firma KICKZ beobachten koennen. Aus dem sneaker Laden in Schwabing (Muenchen) ist nach 15 Jahren eine AG geworden, die sowohl als online shop als auch real store einiges bewegt hat.
Vorallem in Sachen basketball hat uns KICKZ etwas gegeben, was in Deutschland fehlt – einen Basketball store, der wenigstens versucht die Produkte aus den USA nach Deutschland zu bringen. NIKE Produkte muessen nicht mehr extra ueber eastbay bestellt werden, da sich auf Grund der Groesse von KICKZ auch die Preise im normalen Bereich halten.
Die brands AND1, NIKE, ADIDAS , JORDAN oder CONVERSE sind auf der neuen webseite des online shops leicht zu finden – jedoch war das nicht immer so. Vor dem launch der alten Seite, lief nicht alles perfekt.
Wie ich ueber die Jahre gelernt habe ist die Marke k1x, welche Schuhe und Bekleidung selbst produziert, zwar irgendwie anhand der Besitzer verbunden, jedoch eine eigenstaendige Marke und Firma. Natuerlich wird K1X auch auf KICKZ . com verkauft.
Beeindruckt haben mich auch die inzwischen 10 shops mit dem flagship store mitten in Muenchen. Hier bekommt man auch alles an Schuhen und Bekleidung, das man online finden kann.
Wir kennen alle diese Geschichten: Shaq verbrachte einen Teil seiner Kindheit in Deutschland, Shawn Bradley und Chris Kaman brachten es sogar aufgrund ihrer fernen germanischen Wurzeln in die deutsche Nationalmannschaft und Scottie Pippen wurde in Hamburg geboren (wenn auch nicht in der Hansestadt sondern in einem 3000-Seelen-Dorf in Arkansas).
Der aktuellste Fall eines Deutschen (und ich setze das nicht in Anführungszeichen, weil er nach eigenen Angaben eine deutsche Staatsbürgerschaft besitzt) in der NBA kommt aus München, Oberbayern. Donte Greene von den Sacramento Kings kam tatsächlich in der bayerischen Landeshauptstadt zur Welt und verbrachte die ersten Jahre seinens Lebens unter dem Weißwursthimmel.
Der Rookie hatte vor seinem ersten NBA Einsatz bereits zweimal das Team gewechselt und brachte es 2008/2009 auf 3,8 Punkte bei 55 Einsätzen.
In einem Interview bezeichnete Greene Deutschland sogar schon öffentlich als sein Heimatland und auf seiner Twitter-Seite war kürzlich Folgendes zu lesen:„Beautiful day. I’m taking my son 2get his passport. Going 2 Germany in a couple months. I’m think’n bout playn for the German national team.”
Greene stand zwar schon in der U18 Nationalmannschaft der Vereinigten Staaten, wo er Silber bei der Weltmeisterschaft gewann und man muss sich hier sicher durch einen Paragraphen-Dschungel schlagen, aber die Möglichkeit bei der Europameisterschaft mit Dirk, Chris und Donte gleich drei NBA Profis zu stellen, bringt uns doch alle gleich zum Träumen. Stimmen wir uns also mit Greenes 40-Punkte-Auftritt in der Summer-League auf eine erfolgreiche Eurobasket 2009 ein:
Ich habe schon lange kein Bundesliga-Spiel mehr gesehen. Hier in München regiert der Fussball. Die BBL findet erst in Bamberg statt. Fernseher? Hab ich keinen- und da lief auch seit Jahren nichts mehr auf DSF. Premiere? Keine Ahnung, ob die was bringen.
In meinem Bekanntenkreis reden wir auch nicht mehr über Bundesliga Basketball, seitdem die Medien den Mantel des Schweigens darüber legten. Ich kann mich an Satzfragmente erinnern, die im Zusammenhang ungefähr so klingen: “Ich kenn da keinen Spieler”, “da spielen doch eh nur C-Klasse Amis” oder “die schießen das ganze Spiel über nur Dreier”. Ob das so stimmt?
Ich schaue mir die Scoring Leader der BBL an. Ich muss kurz schmunzeln, denn ein gewisses Bild scheint bestätigt. Unter den 50 besten Punktesammlern befinden sich 45 Amerikaner, 2 Kanadier, 2 Serben und 1 Deutscher. Die Namen klingen wirklich unbekannt. OK, Rickey Paulding und Will Blalock; zwei spektakuläre End Zweitrunder.
EIN DEUTSCHER? in der deutschen Liga? Heiko Schaffartzik an Stelle 37? Kein Wunder, dass man da das Interesse verliert.
Klar, die Amerikaner sind die begabtesten Basketballer der Welt- man braucht sie. Sie werden auf den Colleges in Massen ausgebildet und nur ca.40 können pro Jahr in die NBA übernommen werden. Einige in die D League andere in Europa und den Rest der Welt.
Doch ist dieses Verhältniss in Deutschland nicht arg übertrieben? Ich vergleiche mit anderen Ligen:
In Frankreich sind unter den Top-50-Scoren auch immerhin 33 Amerikaner. Allerdings auch 10 Franzosen und 7 andere Ausländer. In Spanien sind unter den Top 10 Scorern nur 4 Amis, 3 Eigengewächse und 3 Gäste (Igor Rakojevic ist der Top Scorer). Italien ist uns noch am ähnlichsten. Sie führen 37 US-Boys, 11 andere Legionäre und nur 2 Italiener.
Schauen wir in zwei kleinere Ligen: Die Polen haben 29 Amerikaner, 12 Polen und 9 Gastspieler, in Österreich ist das Verhältnis 26-11-13. Mit Martin Speiser sogar ein echter Ösi unter den Top 10. (Und mit Tilo Klette ein Altbekannter auf Platz 24.)
Statistiken kann man drehen und wenden wie man will, sie für aussagekräftig halten oder nicht, aber hier glaube ich sieht man doch eine ganz gewaltiges Problem der Bundesliga: Sie ist zu weit entfernt von ihren nationalen Spielern. Das, was mir an Urteilen über die BBL, über die Nachwuchs-Misere im Kopf geblieben ist, sehe ich bestätigt.
Wie gesagt, ich kann über die BBL kaum mehr sagen, als das Knappe, das durch die Medien sickert. Ich weiß nicht, ob es der Liga gut geht oder nicht. Ich weiß nicht, wie sie im Rest von Deutschland angenommen wird, aber der kleine Einblick, den ich heute darauf gewonne habe, ist mir noch kein Ticket nach Bamberg wert.