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Der Ego-Shooter Gilbert Arenas

Gilbert Arenas

Eigentlich wollte Gilbert Arenas diese Saison alles anders machen. Eigentlich. Jetzt läuft ein Ermittlungsverfahren gegen den Guard der Washington Wizards, das ihn im schlimmsten Fall fünf Jahre hinter Gitter bringen könnte. Agent Zero steht sich mal wieder selbst im Weg. Und seinen Teamkollegen noch dazu.

Kartenspiel mit Scherzen

Rückblick: Am 19. Dezember fliegen die Wizards von einem Auswärtsspiel heim. Es ist ein langer Flug. Arenas spielt mit Javaris Crittenton Karten. Er macht Scherze. Er lacht. Freut sich, wenn er gewinnt. Irgendwann sagt Crittenton, er würde Arenas in sein operiertes Knie schießen.

Zwei Tage später treffen sich beide vor dem Training im Locker Room. Arenas legt drei Waffen auf einen Stuhl. Ein Scherz, wie er später vor der Polizei erklärt. Die Waffen seien ungeladen gewesen. Crittenton weiß das nicht. Sagt, er habe eigene Waffen. Und wirft die von Arenas auf den Boden. Soweit die Version von Arenas, die er vor der Polizei und den Medien abgibt. Was sich tatsächlich im Locker Room abgespielt hat, wissen nur Crittenton und er. Crittenton hat sich bisher noch nicht erklärt und wird vermutlich die Version bestätigen.

Fassen wir das Geschehen noch einmal zusammen: Ein NBA Spieler macht Scherze mit Waffen. Ein anderer NBA Spieler besitzt ebenfalls Waffen. Klar, in den USA herrscht ein anderes Bewusstsein für Waffen. Aber die Waffen von Arenas sollen wohl hauptsächlich sein Ego stärken. Oder glaubt er wirklich, dass er sie zu seinem Schutz brauchen würde?

Fünf Jahre Höchststrafe für Arenas

Und dass er mit ihnen Späße reißt, zeigt seine Naivität. Oder auch: seinen nicht vorhandenen Sinn für die Realität. Vielleicht hat er nicht gewusst, dass man zu Team-Anlagen keine Waffen bringen darf. Und dass man in Washington DC Waffen nur Zuhause aufbewahren darf – schließlich wird das in vielen Bundesstaaten anders gehandhabt. Aber dass die Geschichte ein Nachspiel haben würde, hätte ihm von Anfang an klar sein müssen.

Fünf Jahre ist die Höchststrafe auf illegalen Waffenbesitz. Es ist unwahrscheinlich, dass Arenas überhaupt ins Gefängnis muss. Sollte er einer Straftat für schuldig bekannt werden, drohen ihm jedoch mindestens zehn Spiele Sperre durch die NBA. Zudem könnte sein Vertrag mit den Washington Wizards aufgelöst werden. Sein Team hat sich dazu noch nicht geäußert, könnte durch diesen Move jedoch die 80 Millionen Dollar sparen, die Arenas von 2010 bis 2014 verdienen wird. Nicht gerade wenig Geld ….

Der ganze Vorfall verdeutlicht, dass Gilbert Arenas kein Stück reifer geworden ist. Dass er noch immer der Possenreißer ist, der immer zuerst an sich und selten an andere denkt. Er ist noch immer der gleiche Ego-Shooter wie früher. Und durch seine Späße, wie er es nennt, bringt er sich selbst und auch sein Team um die Möglichkeit, wirklich etwas zu reißen. Oder besser gesagt: Er ist ein Trouble-Shooter.

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Das Bild oben stammt vom Foto-Stream von Keith Allison.

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