Was denkt Lindsey Hunter wenn er an die Hallendecke des Palace of Auburn Hills blickt? Wenn er aufschaut zu seinem Jugendidol Isiah Thomas, zu seinem Mentor Joe Dumars, zu Dave Bing und zu Vinnie Johnson. Als er gedraftet wurde hatte man ihm eine Zukunft prophezeit, die ihn in diesen würdigen Kreis führen könnte- jetzt, in seiner dreizehnten NBA Saison ist diese Ehre außer Reichweite. Ein Grund die Basketballschuhe bald an den Nagel zu hängen über dem steht: „Er konnte die Erwartungen nicht erfüllen“? Nein, denn bei alledem was Lindsey Hunter aus seiner Collegezeit nicht hinüber zu den Profis retten konnte, ist er doch ein Name an den man sich in Detroit gerne erinnern wird.
SWAC Regular Season und Tournament MVP, Conference Top Scorer mit 26,7 Punkten pro Spiel, diverse Schulrekorde an der Jackson State University, Black College Player of the year, 48 punkte gegen Kansas- die Erfolgsliste aus Collegetagen ist in Vergessenheit geraten.
In der NBA sollte er der Nachfolger von Isiah Thomas werden doch es reichte nur zum Mitspieler von Grant Hill. Ein Karriereschnitt von 9,2 Punkten und 2,8 Assists ist nichts was an die Nummer 11 auf dem blauen Banner erinnert. Auch wenn er sich im Laufe der Karriere auf seine Verteidigungskünste besann, eine Auszeichnung in den NBA Analien wurde ihm dafür nicht gegönnt. Die Nummer 1, die er sieben Jahre lang auf seinem Pistonstrikot lesen konnte, wird in der Zukunft vielleicht zu Ehren seines Teamkollegen Chauncey Billups nicht mehr vergeben. Seine 748 Dreier reichten nicht aus, um an Joe Dumars in der ewigen Bestenliste vorbeizuziehen.
Und trotzdem hat Lindsey Hunter etwas, das Dave Bing verwehrt geblieben ist und um das sich die Jagd in der NBA eigentlich dreht: Championshipringe- zwei Stück- einer von den Lakers und einer gegen die Lakers. Vielleicht kann Lindsey Hunter nun doch den großen Namen etwas vorraus haben in dem er dieses Jahr seine dritte Meisterschaft feiert.
Und auch wenn er nicht neben Vinnie Johnson auf den Bannern gelistet wird, so hat er doch dieselbe Funktion wie dieser zu Tagen der Bad Boys: Von der Bank kommen und Punkte machen. So wie in Spiel eins gegen Cleveland, als er vier Dreier in Folge warf und damit die Partie vorzeitig entschied, oder Spiel sieben gegen die Cavs als er mit ein paar Würfen dafür sorgte, dass die Pistons sich absetzten und schließlich wieder ins Conference Finale einziehen konnten.
Lindsey Hunter wird seine Schuhe an den Nagel hängen, über dem steht „Champion“.

