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Die Rache an Italien…

War das wohl wirklich nicht. Unsere Bilanz gegen Italien: 1:16. Ich schreibe diesen Artikel waehrend des Spiels der Deutschen gegen die Italiener bei 42 Sekunden zu spielen. Deutschland fuehrt mit 61-56.

Eigentlich sollte dieses Spiel nicht mehr verloren gehen. Aber es geht auch eigentlich um was ganz anderes. Kleiner Einschub, wieso redet Dirk Bauermann in der Auszeit eigentlich englisch?

Naja okay, Spiel gegen die Italiener gewonnen – einem der schlechtesten Basketballspiele aller Zeiten. Sowohl die Italiener, als auch die Deutschen gehoeren einfach nicht in das Viertelfinale. Gott sei Dank wartet nun der Weltmeister Spanien, um sie dafuer zu bestrafen. Es gab genau zwei Spieler, die mich ueberzeugt haben: Ein verletzter Belinelli, der im catch and shoot einfach nicht zu stoppen ist und Johannes Herber, der den Deutschen das Spiel gewonnen hat.

In der TZ, der Sueddeutschen Zeitung und sogut wie jedem online Portal konnte man heute entnehmen: “Heute geht es um die Zukunft des deutschen Basketball”. Die Zukunft? Die Zukunft des deutschen Basketballs ist bereits seit langem besiegelt. Wir hinken der Weltspitze hinterher, sind gerade mal Mittelmass in Europa. Wieso das? Niemand spielt in einem guten europaeischem Verein und ein guter Spieler von fuenf kann es wohl auch nicht richten. Der Jugend wird keine Chance gegeben – lieber versucht man jedem guten auslaendischem Spieler einen deutschen Pass zu besorgen, obwohl er kein Wort deutsch spricht.

Was kommt dabei raus?

Wir sitzen vor dem TV verfolgen ein schlechtes Basketballspiel und hoffen, dass es doch irgendwie reicht. Nicht mal Frank Buschmann konnt sich so richtig freuen – ausser natuerlich fuer Johannes Herber, der aber auch wirklich gut gespielt hat. So richtig zufrieden ist aber niemand, weil alle wissen, dass dieses Team keine Zukunft hat, weil nichts dafuer getan wird. Die guten Trainer geben sich in Deutschland doch nicht mit der Jugend ab! Da werden ahnungslose Kreisligaspieler als Jugendcoaches gezwungen was mit den Kindern zu machen. Die guten Coaches wollen damit nichts zutun haben. So wird das nichts – selbst wenn Deutschland nun im Viertelfinale steht.

Vielleicht sollten wir nachfragen ob die Spanier uns den Sieg nicht schenken wollen, da sie ja eh schon qualifiziert sind. Achja das Spiel ist nun wirklich vorbei und Deutschland ist im Viertelfinale gegen Spanien.

{lang: 'de'}

Schmiddi meint,

September 12, 2007 @ 6:21 pm

Wie recht du hast :
“Der Jugend wird keine Chance gegeben – lieber versucht man jedem guten auslaendischem Spieler einen deutschen Pass zu besorgen, obwohl er kein Wort deutsch spricht.”
Da stimme ich voll und ganz zu.

ballgrounds.net - blogging about basketball and everything else coming my way » Deutschland im Viertelfinale ++ Jugendförderung geht alle an meint,

September 12, 2007 @ 8:00 pm

[...] Bezugnehmend auf Tobis Artikel “Die Rache an Italien…” auf HoopNation.de würde ich die Schuld über den fehlenden Basketballnachwuchs nicht auf die unzureichend qualifizierten Jugendcoaches schieben sondern das als Auswirkung ansehen und eher an der Wurzel allen Übels anfassen. Im Fall Basketball handelt es sich doch offensichtlich um ein Wahrnehmungsdefizit in der Öffentlichkeit. [...]

Christian meint,

September 12, 2007 @ 10:00 pm

Ich wohne zwar nicht mehr in D-Land. Aber du scheinst mit deiner Beschreibung schon recht zu haben. Schade!

Langfristig ist das wohl keine Lösung. Aber es wäre doch zu wünschen, dass wir von dem aktuellem Team noch was gescheites sehen während dieser EM. Und wenn es nur Kampfgeist und einem Nowitzki der mal endlich sein Spiel findet.

Patrik meint,

September 12, 2007 @ 10:01 pm

also ich stimme tobi bei diesem artikel in allem bei, super geschrieben erstmal, kompliment!!!;)
und ein wort zu der ursache die ballgrounds.net anbringt habe ich zu sagen, dass ein Wahrnehmungsdefizit ja wohl nichts mit qualität zu tun hat, denn wenn ein spieler talentiert is in einer sportart, dann kann die öffentliche präsenz der sportart basketball ihn auch nicht zu einem besseren spieler machen sondern die erfahrenen und guten trainer, die wissen was den jungen weiterbringt, und was er braucht um ein kompletter und später vielleicht, falls er nicht von verletzungen heimgesucht wird, erfolgreicher spieler zu werden!!!
das is meine meinung, und das hat mit der wahrnehmung in der öffentlichkeit auch nichts zu tun! sorry für meine ausführung, aber schaut euch doch einfach mal die handballer an, die kommen genau so oft im fernsehen wie die basketballer und sind auch in der weltspitze dabei, und die bundesliga gilt als die stärkste der welt! dann dressurreiten um mal ganz von den ballsportarten wegzukommen, aber immernoch eine sportart die auch olympisch is und annerkannt zu sein scheint, sind wir weltspitze!!! da schert sich doch auch keiner drum, und kommt auch NIE im fernsehen, die leute lesen das nur in einem beiläufigen artikel in der zeitung, dass deutschland wieder im medaillenspielgel einen platz nach oben gerutscht is, und freuen sich nur ob dieser tatsache.
punkt;)

Tino meint,

September 12, 2007 @ 11:38 pm

@ Patrik:
das wahrnehmungsdefizit strahlt meiner meinung nach auf die qualität bzw. überhaupt erstmal auf die existenz des basketballnachwuchses ab.

ich weiß nicht wie alt du bist, aber ich hab damals noch michael jordan, denis rodman, pippen und co. “live” spielen oder besser fliegen gesehen. das hat mich zur der zeit stark beeindruckt und so ging es mit sicherheit vielen die damals zum basketball gefunden haben. leider wächst die generation welche noch zeuge des nba-basketballs im deutschen free-tv wurde langsam aus dem alter heraus in dem man sich durch hartes training bis ganz nach vorn arbeiten kann.

warum die öffentliche wahrnehmung und ein vernünftige medienpräsenz wichtig ist:
1. die medienwirksamkeit bestimmt maßgeblich die erfolgs-/profitaussicht des sports,
2. die anziehungskraft des sports basketball könnte auf eine viel größere zielgruppe wirken, wenn mehr davon zu sehen wäre (impliziert mehr nachwuchs –> mehr potentielle talente die zum sport finden) und
3. sponsoren, förderer, … sähen viel mehr anreiz in den basketball und die basketballjugend zu investieren, wenn es in ihren augen ein lohnendes geschäft darstellte.

es klingt nicht schön, aber die realität ist einfach mal so, dass das größte talent einer sache nicht gefördert wird wenn die förderung keinen profit verspricht.

Schmiddi meint,

September 13, 2007 @ 5:53 pm

jetzt sag mir nicht dass der pferdesport mehr profit verspicht als basketball!?

Tino meint,

September 13, 2007 @ 7:12 pm

sorry beim pferdesport muss ich passen. da soll aber auch gut geld hinter stecken…

Schmiddi meint,

September 13, 2007 @ 7:36 pm

stimmt. da gibts auch sehr viel mehr teilnehmer (siehe kleine mädchen ;-) )

Saffti meint,

September 13, 2007 @ 7:40 pm

Wo werden die Kiddies von heute hingeschickt? Erst einmal zum Fußball, dann zum Handball, dann vielleicht zu Judo & Co. und irgendwo auf Platz 37 steht außer vielleicht in den traditionellen Hochburgen a la Göttingen Basketball. Der größte Klub in meiner Heimatstadt ist stolz darauf, in jedem Jahrgang zwei Fußball-Teams zu melden (also vier pro Altersklasse) – und wer es dann in der 2. Mannschaft nicht bringt, der landet vielleicht beim BBall.

Die Klubs haben größtenteils den Boom nach dem EM-Gewinn der Pesic-Jungs verpennt. Die jüngsten Erfolge und die Tatsache, dass der beste Basketballer mindestens des Kontinents ein Deutscher ist, wurden auch weitgehend ignoriert. Hysterie gab es derzeit um ein 11:0 der Fußball-Frauen gegen Fallobst, der sportlich zigmal wertvollere Basketball-Sieg gegen die Türkei wurde doch in der Öffentlichkeit gar nicht wahrgenommen. Basketball ist in D. ein Nischensport und kommt da einfach nicht raus. Ein Olympiasieg mit einem 123:122 gegen die USA mit einem Nowitzki-Dreier aus der eigenen Hälfte mit der Schlusssirene würde das vielleicht verändern. Vielleicht…

Und ich freue mich bar aller Illusionen über das Ergebnis doch auf 21.30 ;-)

Versöhnliches Ende? « Ute & Christian’s Blog meint,

September 16, 2007 @ 10:37 pm

[...] Bei den Deutschen davon zu reden, dass das “das mit Abstand schwerste und hochklassigste” Tunier war (D. Bauermann) kann ich nicht wirklich nachvollziehen. Bei dem was ich von den Deutschen gesehen habe verstehe ich eher die Schreie nach mehr Nachwuchsarbeit in D-Land. Wirklich hochklassig war nur Dirk Nowitzki … [...]

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