Nun, man muss einfach darueber sprechen, da viele Leute eigentlich gar nicht wissen, was wirklich los ist. Ich habe mit BBL Spielern, NBA Spielern, NCAA Coaches und professionellen Sportlern aus anderen Sportrarten darueber gesprochen. Natuerlich wird die Diskussion nun durch Jan Urlichs Ruecktritt, sowie die taeglichen Bereichte immer lauter.
Das Problem ist aber nicht nur, dass im Spitzensport gedopt wird, sondern auch Amateure beginnen immer oefter zu illegalen Mitteln zu greifen.
Derzeit sind vorallem wieder die Citylaeufe “IN”. Dort gibt es immer auch pro Wochenende bis zu 1000 EUR zu gewinnen. 1000 EUR haben oder nicht haben – da wird man sicher schwach.
Natuerlich eignet sich Doping nicht fuer jeden Sport. Doping nuetzt nur in Sachen Ausdauer und Kraft in Kombination. Alles was ueberwiegend Technik erfordert, hat wenig Chancen. Dazu gehoert eben Basketball oder Tennis. Dort ist Technik gefragt. Natuerlich ist es nicht von Nachteil kraeftig zu sein, aber man sieht wie oft z.B. ein Steve Nash in die Zone zieht und doch seine Punkte machen kann. Auch im Basketball wurden Dopingfaelle nachgewiesen – jedoch beziehen sich diese eher auf den Genuss von Canabis …
Somit bleibt Basketball also im Profisport von Doping befreit – zumindest bei den Maennern.
Der normale TV Zuschauer denkt sich nun aber natuerlich: Hm, es gibt doch bei jedem Event Dopingkontrollen. Richtig. Nur wird man keinen Athleten mehr finden, der waehrend eines Wettkampfes verbotene Mittel zu sich nimmt. Nach einem langen Gespraech mit einem professionellen Triatlethen, wurde mir erklaert, wie vorgegangen wird. Da beim Triatlon vorallem Kraft und Ausdauer gefordert sind, ist die Dopingrate in diesem Sport sehr hoch.
Durch die Einnahme von Doping im Training wird die Effizienz des Trainings gesteigert. Der Koerper passt sich an die hoehere Leistungsfaehigkeit an und bringt so bei den Wettkaempfen dann auch bessere Leistungen, da er sozusagen daran “angepasst” wurde. Natuerlich wird auch im Traingscamp ueberprueft ob gedopt wird – sofern man weiss wo sich die Athleten aufhalten. Waehrend des Jahres weiss eigentlich niemand wo die Stars des jeweiligen Sports trainieren. Diese treten dann bei eher unbekannten Wettkaempfen an.
Wieso fiebert man aber dann mit einem Lance Armstrong bei der Tour de France mit? Waehrend seinen Siegen wurden die Fahrer reihenweise aus dem Verkehr gezogen – Lance Armstrong liess aber auch die “gedopten” Fahrer mit ueber 10 Minuten hinter sich. Natuerlich steht es mir nicht zu jemanden damit zu beschuldigen – ich habe keine offensichtlichen Beweise – aber rein logisches Denken hilft hier schon ein wenig weiter.
Vielleicht ist es auch kein Zufall, dass ein Hauptsponsor von Armstrong in der Pharmaziebranche taetig ist. Immerhin wurde Armstrong ja sogar EPOgen nachgewiesen:
The French cycling newspaper L’Équipe is reporting that a drugs testing laboratory has discovered that Lance Armstrong, seven times winner of the Tour de France, used the banned substance EPO in the 1999 tour – his first victory after defeating testicular cancer.
Natuerlich kommen immer wieder Meldungen, dass Doping gefunden wurde, aber unter dem vorgegebenen Wert liegt. Vielleicht liegt es daher nahe, dass man den 10-Kaempfer Roman Sebrle jeden Tag mit einer Flasche Urin in ein Prager Krankenhaus gehen sehen konnte. Bei taeglicher Ueberpruefung der Werte, kann man sicher sein, dass man sozusagen Doping “kontrolliert” nehmen kann. Aber in einem Interview sagte Roman selbst:
“Nun, ich kann nicht einschätzen, wie das funktionieren soll, denn ich habe das nie probiert. Aber da der Zehnkampf eine sehr spezifische Angelegenheit ist, glaube ich auch meinen Kontrahenten, dass sie keine Aufputschmittel nehmen. Denn wir haben in unserem Wettkampf eine wirklich breit gefächerte Skala an Disziplinen zu absolvieren. Wenn jemand zum Beispiel mit Doping die Schnellkraft in den Lauf- oder Sprungdisziplinen beeinflussen will, dann fehlt ihm die Kraft bei den technischen Disziplinen und umgekehrt. Also, eine gute Ausgewogenheit in den Muskelpartien ist sehr wichtig, und ich denke auch, dass in keiner unserer zehn Disziplinen schon wirkliche Superleistungen erzielt wurden. Daher sehe ich auch keinen Grund für Doping.”
Man kann es ihnen aber nicht uebel nehmen: Man trainiert 40 Stunden die Woche um einen Wettkampf zu gewinnen und sieht dann wie man total am Ende ist und von irgendwem ganz locker auf dem Rad ueberholt wird. Beim Zieleinlauf wird einem gesagt, der Typ hat einem gerade 10 Minuten auf den letzten 5 Kilometern abgenommen. Wieder logisches Denken? Sind so grosse Leistungsunterschiede im Profibereich denn wirklich heutezutage noch moeglich?
Wenn mann sich diese Liste von aufgedeckten Dopingsuendern mal ansieht – kommt man schon leicht ins gruebeln …

