Die Liste der WM-Favoriten war lange klar: Spanien und USA sah die gesamte Basketball Welt im Finale. Argentinien und Brasilien wurden dazu noch Außenseiter-Chancen eingeräumt. Mit etwas gutem Willen hätten man auch noch Griechenland oder Frankreich in diesem Zusammenhang erwähnt. Von der Türkei hätte aber sicher keiner gesprochen. Das war vor der WM.
Sechs Spiele – sechs Siege für die Türkei
Nach dem Achtelfinale ist der Gastgeber noch ungeschlagen und Hedo Turkoglu spricht ganz offen davon, dass das Team ins Finale will. Und ganz unwahrscheinlich wirkt das tatsächlich nicht. Die Türkei hatte in der Vorrunde mit Griechenland, Russland, China, Puerto Rico und der Elfenbeinküste keine ganz leichte Gruppe. Trotzdem gab es auch gegen Griechenland und Russland relativ deutliche Siege mit 11 bzw. 9 Punkten. Und im Achtelfinale bezwangen die Türken Frankreich souverän mit 95:77.
Auf dem Weg ins Finale geht es im Viertelfinale erstmal gegen Slowenien. Rein von der Papier-Form her ist die Türkei stärker einzustufen, aber Slowenien hat in der Vorrunde immerhin bereits Brasilien und Kroatien geschlagen. Mit der Unterstützung der Fans – oder der ganzen Nation, wie Hedo Turkoglu sagt – geht die Türkei dennoch als Favorit in die Partie. Im Halbfinale würde das Team dann entweder auf Serbien oder Spanien treffen, die ebenfalls schlagbar sind.

Turkoglu und ein junges NBA Trio
Die Türkei gehört bei der Basketball WM zu den stärksten Teams und braucht sich vor niemandem zu verstecken. Ein Grund dafür ist die plötzliche Leistungssteigerung von Hedo Turkoglu. Der Forward wirkte vergangene Saison bei den Toronto Raptors oft gehemmt und suchte vergeblich nach seinem Rhythmus. Für die Türkei legt er nun im Schnitt 11,5 Punkte, 4,2 Rebounds und 3,8 Assists auf.
Neben ihm glänzt auch der andere NBA-Profi Ersan Ilyasova von den Milwaukee Bucks, der 15,0 Punkte und 8,2 Rebounds hinter seinem Namen stehen hat. Dazu überzeugen Ömer Asik und Semih Erden, die unmittelbar vor ihrem Debüt in der NBA stehen. Asik kommt auf 10,16 Punkte und Erden auf 9,66. Mit diesen dreien wächst in der Türkei eine Goldene Generation heran, die in der Zukunft noch für Aufsehen sorgen möchte und die schon jetzt für eine Sensation sorgen kann.
Noch ist es ein weiter Weg bis ins WM-Finale
Bei aller Freude über die bisherigen Vorstellungen tut die Türkei aber gut daran, die Erwartungen nicht zu hoch zu schrauben. Denn das Finale ist zwar möglich, gerät aber mit einer einzigen Niederlage bereits außer Reichweite. Erst bei der EuroBasket 2009 hat die Türkei das erfahren müssen, als das Team in der Gruppen-Phase sowohl Serbien als auch Spanien schlug, nur um dann gegen Griechenland auszuscheiden.

