John Wall und Gilbert Arenas als neuer Frontcourt der Washington Wizards – das könnte nächste Saison Wirklichkeit werden. Die Wizards haben die NBA Draft Lottery gewonnen und dürfen daher am 24. Juni als erstes Team ihren Frischling wählen. Beste Chancen auf den Nummer-1-Pick werden bereits seit Monaten John Wall eingeräumt. Der Point Guard der Kentucky Wildcats gilt als größtes Talent seines Jahrgangs und beeindruckt zudem mit seiner starken Physis.
Mit John Wall könnten die Wizards ihre Zukunft aufbauen
Chaotischer hätte die Saison 2009/10 für die Washington Wizards nicht laufen können. Gestartet als Kandidat für die Playoffs verlor sich das Team im Skandal um Gilbert Arenas und Javaris Crittenton. Und kurz vor Ablauf der Trading Deadline gab das Team mit Brendan Haywood und Caron Butler zwei Stars ab, um Platz unter’m Salary Cap zu sparen. Mit dem ersten Pick beim NBA Draft kann sich die Franchise nun ein neues hoffnungsvolles Gesicht holen: John Wall.
John Wall ist ein athletischer Point Guard, der sowohl spektakulär im Fast Break abschließen kann, aber auch aus der Mitteldistanz recht sicher ist. Vor allem in der Crunch Time hat er bei den Kentucky Wildcats bereits bewiesen, dass er die Nerven behält und wichtige Würfe getroffen. Mit seinem Talent könnte Wall schon behalt der neue Franchise Player der Washington Wizards werden und damit Gilbert Arenas in den Schatten stellen.
Das Zusammenspiel der beiden wird bisher als eher problematisch angesehen. Zu ähnlich scheint ihre Spielanlage zu sein, als dass sie auf dem Court harmonieren könnten. Das angekratzte Selbstbewusstsein von Agent Zero und dessen mangelnde Fähigkeit, aus Fehlern zu lernen, ergeben zudem ein gefährliches Pulverfass. Daher könnten die Washington Wizards auch nicht nach Talent draften, sondern nach Schwachstellen in ihrem Roster. Und die gibt es derzeit auf fast jeder Position.
Die Wizards haben deutliche Defizite im Frontcourt
Neben Arenas haben derzeit lediglich Andray Blatche, Al Thornton, Nick Young und Javale McGee einen Vertrag für die neue Saison. Auf Shooting Guard Josh Howard haben die Wizards zudem eine Option. Vor allem die tiefen Positionen sind in Washington derzeit zu schwach besetzt, um mehr als einen Blumentopf zu gewinnen. Daher könnte die Franchise mit einem geschickten Draft-Pick hier schnell Abhilfe verschaffen.
Mit Derrick Favors und DeMarcus Cousins stehen den Wizards gleich zwei talentierte Center zur Auswahl. Favors ist ein starker Verteidiger und Rebounder, der seine Athletik geschickt einsetzt. Allerdings hat er zuweilen Probleme, ins Spiel zu finden, wenn er nicht die richtigen Zuspiele von seinen Mitspielern bekommt. Cousins beeindruckt ebenfalls mit seiner Athletik und bringt darüber hinaus eine gute Fußarbeit mit. Lediglich seine mentale Stärke wird bezweifelt, da er sich leicht frustrieren und damit aus dem Spiel nehmen lässt. Beide würden mit ihrer Physis den Washington Wizards weiterhelfen und könnten die Lücke im Frontcourt stopfen.
Dazu haben die Washington Wizards noch Platz unterm Salary Cap, um ihr Roster mit einem weiteren Star oder einigen guten Rollenspielern zu füllen. Gerade mal 29,18 Millionen Dollar stehen derzeit fest in den Gehaltsbüchern der Wizards. Eigentlich beste Aussichten, um einen All Star zu holen. Nur wer will freiwillig zu den Wizards gehen?
John Wall oder doch ein Big Man?
In diesen Überlegungen könnte John Wall wieder ins Spiel kommen. Denn ein Duo Arenas / Wall birgt zwar große Risiken, besitzt aber auch eine gewisse Strahlkraft. Und mit einem starken Big Man könnte daraus ein gutes Trio werden, dass die Wizards mit einem Schlag zu einem Playoff-Kandidaten machen würde. Sollte die Strahlkraft für die Wizards nicht ausreichen, droht jedoch der weitere sportliche Absturz. Insofern wären Derrick Favors oder DeMarcus Cousins für Washington die solideren Alternativen, die ergänzt mit guten Rollenspielern die Wizards ebenfalls in die Playoffs bringen können.

