Die Oklahoma City Thunder machen Spaß. Vergangene Saison als neue Franchise gestartet, kamen die Zuschauer bereits, weil sie einfach dankbar für jedes bißchen NBA Basketball waren. Inzwischen hat auch der Rest der Liga Freude an dem Team, das mit jungen Spielern gehörig für Aufsehen sorgt. Die Playoffs sind in Reichweite und der Salary Cap steht für den Sommer günstig. Sieht so aus, als ob sich die Thunder in der NBA langfristig etablieren könnten.
In der Western Conference liegen die Thunder derzeit mit 14-14 Siegen auf Rang neun. Das ist eine klare Verbesserung: Nur noch neun Siege fehlen, um die 23-59 Bilanz aus der Vorsaison zu überbieten. Die Mannschaft hat sich inzwischen eingespielt und ist unter Coach Scott Brooks, der im November 2008 übernommen hatte, besser zusammen gewachsen.
Leistungsträger mit Perspektive
Dabei haben die Leistungsträger ihr besten Jahre noch vor sich. Franchise Player Kevin Durant ist gerade mal 21 Jahre alt und legt in seiner dritten NBA Saison 27,7 Punkte und 6,9 Rebounds auf. Point Guard Russell Westbrook ist ebenfalls 21. Er kommt auf 16,2 Punkte und 6,9 Assists. Sie bilden den Kern des Teams. Dazu gehört Power Forward Jeff Green zu den Leistungsträgern. Der 23-Jährige hat im Schnitt 15,1 Punkte und 6,3 Rebounds für sich im Boxscore stehen.
Beim Draft 2009 zog Oklahoma City an dritter Stelle mit James Harden ein weiteres Talent. Der Shooting Guard hat sich als Back-Up von Thabo Sefolosha einen festen Platz in der Rotation erarbeitet. Im Schnitt legt er 10,1 Punkte und 2,5 Assists auf. Tendenz: deutlich steigend! Wenn er seine Würfe noch konstanter fallen, kann er schon bald in der Starting Five stehen.
Viel Cap Space für 2010
Diese Leistungsträger sind mittelfristig an die Thunder gebunden. Durant und Green können erst 2011 aus ihren Verträgen aussteigen, wenn sie ihre Option ziehen würden. Westbrook und Harden haben für 2011 eine Team-Option im Vertrag stehen und könnten erst 2012 bzw. 2013 selbst wechseln. Und im Sommer hat Oklahoma City alle Trümpfe in der Hand, um einen Top Free Agent zu holen. Der Salary läge beim jetzigen Stand gerade mal bei 40,25 Millionen Dollar. Damit hätte die Franchise theoretisch sogar die Möglichkeit, einem Spieler einen Maximum-Vertrag zu geben.
LeBron James, Dwyane Wade oder Chris Bosh also demnächst im Thunder-Jersey? Ganz abwegig ist diese Idee nicht. Neben Kohle kann die Franchise auf ihr zukünftiges Potential bauen. Und ein weiterer Star, der Durant als Go-to-Guy entlastet, könnte die Thunder zu einem Top-Team der NBA machen. Ein LeBron James wird den Schritt nach Oklahoma City zwar wahrscheinlich nicht wagen, aber es gibt im Sommer genügend Top Free Agents, die für die Thunder interessant sind. Vor allem auf den tiefen Positionen fehlt derzeit noch die richtige Besetzung. Zum Beispiel Marcus Camby, Carlos Boozer, Amare Stoudemire, David Lee oder eben Chris Bosh könnten ihren Weg zu den Thunder finden. Wenn sich die jungen Spieler in Oklahoma City in den nächsten Jahren noch weiterentwickeln, hat die Franchise eine große Zukunft vor sich.

