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Shaq und die Cavaliers – alles nur ein Missverständnis?

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Sieben Spiele, drei Niederlagen – die Cleveland Cavaliers starten mäßig in die Saison. Derzeit sind sie vom Titel weiter weg als vergangene Spielzeit. Und das obwohl sie mit Shaquille O’Neal das vermeintlich fehlende Puzzle-Stück für viel Geld geholt haben. Zeit für eine erste Bilanz.

Es fehlt Entlastung für LeBron

LeBron James fehlt nach wie vor ein zweiter Scorer. Bei den Siegen gegen die Minnesota Timberwolves und gegen die Washington Wizards machte jeweils ein zweiter Spieler neben James über 20 Punkte. Gegen die Charlotte Bobcats war nicht LBJ der Topscorer. Er kam „nur“ auf 14 Punkte, verteilte dafür umso mehr Assists und Shaquille O’Neal erzielte über 20 Zähler. Einzig beim Sieg gegen die New York Knicks geht diese einfache Rechnung nicht auf. Das liegt jedoch eher daran, dass die Partie schon früh entschieden war und das Scoring entsprechend über die gesamte Mannschaft – und im Gegensatz zu vielen anderen Spielen – auch über die Bank verteilt war.

Nur in einem einzigen Spiel hat Shaq bisher seine Scoring-Power unter Beweis gestellt: In besagter Partie gegen die Bobcats. Ansonsten kommt er im Schnitt auf gerade mal 11,8 Punkte und 8,0 Rebounds. Das sind ordentliche Werte für einen 37-Jährigen, aber das reicht sicher nicht aus, um den Cavaliers zum Titel zu verhelfen – und nur der zählt im letzten Jahr von LeBron James Vertrag.

Match-Up Probleme in der Zone

Shaq war vor allem geholt worden, um gegen Teams mit einem starken Center kein Match-Up Problem zu bekommen. Zur Erinnerung: In den Play Offs 2009 waren die Cavs in den Conference Finals gegen die Orlando Magic ausgeschieden, die mit Dwight Howard einen der athletischsten Big Men der Liga in ihren Reihen haben. Nur waren sie nicht wegen Howards Dominanz ausgeschieden, sondern weil die Magic von außen trafen.

Die meisten Mannschaften setzen dagegen eher auf beweglichere Center, die auch aus der Mitteldistanz abschließen oder mit viel Drive zum Korb gehen können. In diesen Match-Ups hat jedoch O’Neal mit seiner mangelnden Geschwindigkeit ein Problem. In fast allen Spielen scort der direkte Gegenspieler von Shaq mehr als er und holt auch mehr Rebounds. Anstatt Dominanz in der Zone auszustrahlen, bringt O’Neal genau das Gegenteil.

Das fehlende Puzzle-Stück oder nur Verzweiflung?

Bisher ist die Verpflichtung von Shaq ein Missverständnis. Denn er passt nicht wirklich in das System der Cavaliers, die offensichtlich – zumindest noch – nicht viel mit ihm anzufangen wissen. Um ihre eigenen Stärken auszuspielen, müssten sie schnell spielen. Aber dann können sie O’Neal nicht einsetzen. Der kommt zwar von der Run-and-Gun Maschine der Phoenix Suns, hat aber auch dort immer etwas Fehl am Platz gewirkt.

Aber die Saison steht noch am Anfang. Shaq wird in der Offense sicher nicht viel mehr Scoring-Power entfalten können. Aber wenn die Cavs einige Plays einstudiert haben, bei denen der Ball über den großen Center läuft, dann könnte er als Ballverteiler am Rande der Zone wertvoll werden. Denn einen O’Neal lässt kein Team der Liga alleine in der Nähe des Bretts stehen. Nach wie vor zieht er alleine durch seine Präsenz Double-Teams auf sich. Das kann der Schlüssel zu einer besseren Bilanz sein. Der Schlüssel zum Titel wird es indes nicht sein.

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