Am vergangenen Wochenende fand in Bamberg der Supercup 2007 statt, der als einer der endgültigen Härtetests vor der Europameisterschaft in Spanien gelten soll. Neben den Gastgebern aus Deutschland, nahm die portugiesische Nationalmannschaft teil, sowie die Teams um die beiden NBA Spieler Andrea Bargnani von den Toronto Raptors, Italien, und das Russische Nationalteam mit Andrey Kirilenko von den Utha Jazz.
Nach einem recht deutlichen Auftaktsieg gegen Portugal, und einem Sieg der Russen über Mitfavorit Italien standen die Zeichen eigentlich gar nicht schlecht, dass die deutsche Nationalmannschaft nach 2004 das zweite Mal nach dem Pokal greifen könnte.
Am Samstag kam es dann zum Aufeinandertreffen Deutschlands gegen Russland, bei dem wir von Hoopnation live in der Jako Arena in Bamberg vor Ort waren.
Aufgrund der hervorragenden Sitzplätze direkt hinter der Mannschaftsbank der Deutschen Nationalmannschaft, konnten wir einen sehr guten Einblick in die Arbeit des Trainerstabs um Head Coach Dirk Bauermann, den Physiotherapeuten und Betreuern sowie den Zusammenhalt der Bankspieler erhalten.
Das Spiel an sich schien von Anfang an klar nach dem Geschmack der Deutschen zu verlaufen, denn man konnte schnell mit 10 Punkten einen komfortablen Vorsprung in den ersten fünf Minuten herausspielen. Das erste Viertel endete somit klar mit 22:7, und so mancher in der Halle dachte schon an einen ungefährdeten Sieg der Deutschen, angeführt von ihrem Top Star Dirk Nowitzki. Doch als Coach Dirk Bauermann zu rotieren begann und seine Ersatzspieler einwechselte schien sich das Blatt sehr schnell zu wenden, denn in der Offense waren die Deutschen immer einfallsloser und durch gezwungene Einzelaktionen geprägt. So kam es dann auch dass die Russen zur Halbzeit den Vorsprung der Deutschen auf 10 Punkte verringern konnten.
Nach der Halbzeitpause schien es als habe Bauermann die richtigen Worte gefunden um sein Team auf der Siegerstrasse zu halten. So kam es dann auch zu vermehrt schönen Aktionen, unter anderem das Zusammenspiel von Okulaja und Hamann – die in der nächsten Saison gemeinsam für den deutschen Meister Brose Baskets Bamberg auf Korbjagd gehen werden – sorgten für gute Stimmung in der ausverkauften Bamberger Jako Arena.
Doch durch die erneuten vielen Wechsel durch Trainer Bauermann um die möglichen Varianten für die EM zu testen, kamen die Deutschen aus ihrem Spielfluss und leisteten sich vermehrt einfache Fehler, die die Russen nun auszunutzen wussten. So versenkten sie einen um den anderen Dreier sicher im Deutschen Korb. Im Deutschen Angriffspiel lief nicht mehr all zuviel zusammen und so war der Vorsprung eine Minute vor Schluss auf nur noch 3 Zähler geschrumpft und 3,4 Sekunden vor Schluss war das Spiel ausgeglichen. Die Zuschauer in der Halle waren nun nicht mehr auf ihren Sitzplätzen zu halten. Hamann bekam dann 2 Freiwürfe zugesprochen und versenkte einen seiner beiden Versuche. Somit sicherte er den Deutschen einen wichtigen Zitter-Sieg um den Supercup Titel.
Das zweite Spiel zwischen Italien und Portugal war zur Halbzeit schon so gut wie entschieden, obwohl die Italiener die bis dahin wiederum ohne ihren „verletzten“ NBA-Star Bargnani spielten, aber dennoch mit 20 Punkten in die Pause gingen. Am Ende hieß es dann 60:79 für Italien, wobei die Italiener die ersten drei Viertel dominierten, und nur im letzten Viertel ein wenig nachließen.
Am Sonntag kam es dann zum Finale um den Supercup zwischen Italien und Deutschland bei dem sich die Italiener durchsetzen konnten und mit einem besseren Korbverhältnis sich den Titel des Supercups 2007 sichern konnten.
Als Fazit kann man sagen, dass sich die Deutsche Mannschaft noch nicht in bester EM – Verfassung befindet, und einige Schwächen in der Offense aufweist. Mit Nowitzki und Okulaja als einzige Topscorrer ist man in einem so stark besetzten Turnier wohl eher Außenseiter und zu leicht auszurechenbar. Doch man muss auch sagen, dass Dirk Bauermann viel ausprobiert hat in den Vorbereitungsspielen, und wenn das Team sich im Verlauf der EM weiter findet und junge Spieler wie Hamann und Herber sich trauen Verantwortung zu übernehmen, dann kann man sicherlich mit der einen oder anderen Überraschung rechnen.

