Hoopnation Startseite mail me! sindicaci;ón

Test: Nike Zoom LeBron III Low

komlb3

Ein Leben lang ist jeder auf der Suche nach dem perfekten Basketballschuh. Seit vielen Jahren durchlebe ich bereits diese Odyssee und jedes Jahr erlebe ich viele dieser Abenteuer. Doch dieses Jahr scheint meine Reise einen Platz zum verweilen gefunden zu haben. Oder sollte ich besser sagen, einen Schuh.
Nachdem ich mit dem LeBron III Mid bereits Tests absolviert hatte und ich vom Komfort und dem Gewicht mehr als enttäuscht war, ging ich mit weniger hoffnungsvollen Erwartungen auch an den abgespeckten Bruder – den LeBron III Low. Doch was sich mir bot war eine Art Erfüllung all meiner Wünsche. Meine Anforderungen als Point Guard liegen nicht unbedingt in einem hohen geschlossenen Schaft, aber dennoch auf maximaler Sicherheit. Hatte ich doch in meinem bisherigen Baller-Leben schon mehrmals die Bekanntschaft mit einem verstauchten Knöchel machen müssen. Vielmehr schraubten sich während meiner Test die Anforderungen immer mehr in die Höhe. So als ob ich nie genug bekommen könnte und immer auf der Suche nach der Grenze bin. Doch der LeBron III Low ließ mich nicht hängen. Mit Leichtigkeit nahm er jede dieser Anforderungen und siehe da, am Ende ist sie noch vorhanden – die Perfektion in weiß.

Tragekomfort: 10/10
Wie der Mid besitzt auch die Low-Variante die sogenannte Pebax Fersenkonstruktion. Doch was ist Pebax? Pebax ist ein Copolymer, das die einfache Verarbeitung und die Eigenschaften der Polyamide (Steifigkeit) mit denen von Elastomerkautschuk (Weichheit) kombiniert. Pebax überbrückt die Lücke zwischen Thermoplasten und Kautschuk. Doch was bedeutet dies für den Schuh? Wichtigste Eigenschaften für die Schuhindustrie sind dabei: geringe Veränderungen über eine bestimmte Zeit, schnelle Rückkehr zur Ursprungsform, hohe Energierückgabe, sehr gutes Biegeverhalten und dynamische Eigenschaften. Nicht erst Nike ist auf diesen Trichter gekommen. Nein, auch bereits in Fußballschuhen (bspw. Lotto), Skischuhen und Inlineskates wird es bereits genutzt. Doch was beim großen Bruder übertrieben wurde, die Höhe der Fersenkonstruktion, kommt in der Low-Variante erst voll zur Geltung. Hier drückt nichts mehr an der Ferse und die Pebax-Eigenschaften (siehe oben) zeigten sich in all meinen Bewegungen. Der Schuh liegt perfekt am Fuß an, ohne aber zu drücken. Zusammen mit der Schnürung (dazu weiter unten mehr) und der optimalen Dämpfung, kam ich mir vor, als ob ich für jede Aufgabe auf dem Feld gewachsen bin.

Dämpfung: 10/10
Vergleicht man den Lebron III mit seinem Vorgänger so fällt einem sofort die Höhe des Dämpfungsgerüstes auf. Obwohl die Dicke der Zoom Air Kissen bei beiden Schuhen gleich ist, hat man bei IIIer die Schaumummandelung ausgedünnt. Dies reduziert die Dicke zwar nur um wenige Millimeter und bis auf die Polyurethan Einlegesohle, doch dadurch verringert sich keinesweges die Dämpfungseigenschaft. Vielmehr verbessert sich dadurch das Court-Feel und das Gewicht drastisch. Auch bei der Dämpfung setzten die Designer auf Pebax. Denn diese Ummandelung, erstmals bereits bei dem Vorgänger eingesetzt, wurde auch verringert. Scheinbar hat man hier aus Tests gelernt, dass die Eigenschaften von Pebax auch bei geringerer Stärke noch voll ausreichen. Dies bestätigte auch Ken Link, Senior Footwear Designer bei Nike. Über lange Tests stellte sich heraus, dass die Pebax Konstruktion einfach zu “overengineered” war. Auch in meinen Tests zeigte sich die verbesserte Flexibilität und Reaktionsfreudigkeit des Schuhs. Die Zoom Air Kissen konnten endlich ihre volle Eigenschaften spüren lassen und zeigten bei harten Landungen als auch Power Moves perfekte Energieabsorbtion oder Weitergabe.

Abrollverhalten: 9/10
Auch beim Abrollverhalten hat Nike seine Hausaufgaben gemacht. Gegenüber dem LeBron II hat man die Aussensohle völlig neu konstruiert. Herausgekommen sind die sowohl längst als auch quer laufenden Flex-Grooves. Zwar besaß der IIer bereits eine lange von vorn nach hinten gehende Kerbe, doch beim IIIer wird diese durch größere quer laufende Kerben noch besser unterstützt. Dies könnte man als Errungenschaft von Nike aus dem Free-Konzept und den Erfahrungen vom Einsatz im Huarache 2K5 / 2K6 bezeichnen. Resultat ist ein noch natürlicheres Abrollverhalten und erhöhtes Court-Feel sowohl im Vorfuß- als auch im Fersenbereich.komlb31

Sicherheit: 9/10
Ganz klar muss bei einer Low-Variante ein gewisse Abstrich in Sachen Sicherheit um den Knöchel gemacht werden. Denkste. Denn durch das bessere Court-Feel des Schuhs sowie den Support-Straps seitlich angebracht, hat der Fuß perfekten Halt und die notwendige Unterstützung bei allen Bewegungen. Was beim großen Bruder aufgrund der hohen Fersenkonstruktion zu Reibungen führte, ist hier Vergangenheit. D.h. trotz der geringen Höhe fühlte ich mich rundum sicher. Und sind wir ehrlich, wenn man auf einem Fuß landet, dann hilft einem nur noch ein Skistiefel.

Optik: 10/10
Schlicht, schnörkellos, aber dennoch reizvoll. So würde ich den Schuh beschreiben. Als die ersten Bilder veröffentlicht wurden, stachen sofort die seitlichen Support-Straps ins Auge. Erinnerungen an den Jordan 11 wurden wach. Dort wurden diese in ähnlicher Weise in den Schuh integriert und an den Schaft und die Seitenwände angenäht. Was damals eine Innovation war, wurde schnell zum Kennzeichen vom legendärsten Schuh aller Zeiten. Und jetzt, wo Nike nach MJ auf LJ setzt, gibt es doch nichts besseres als auch beim Schuh auf das Rezept vom 11er zurückzugreifen. Die Vergleiche zwischen MJ und LJ kommen immer wieder ins Gespräch. Schon allein wegen gleichen Nummer 23. Doch sind sich beide verschiedener als man glaubt. Ich würde eher Kobe mit Michael vergleichen als LeBron mit MJ. Doch dies ist ein anderes Thema. Die seitlichen Support-Straps liegen nicht fest an, wie beim 11er Jordan, sondern wurden nur am Anfang und Ende des Straps mit dem Schuh vernäht. Dies lässt zum einem mehr Freiheit, nimmt Steifigkeit und zum anderen gewährt es mehr Sicherheit, da der Halt nicht verloren geht. Was jedoch das Optische angeht, besticht diese Zierte sehr gut. Auf der Innenseite des Schuhs hat Nike noch ein Schmankel eingestanzt. Eine Art Sonne, die das Symbol von LeBron verdeutlichen soll. Dadurch, dass dieses eingestanzt ist wirkt es nicht aufdringlich, sondern ist auch nur für den Kenner ersichtlich.
Für mich ist mit diesem Schuh Nike ein neuer Clou gelungen. Ein Basketballschuh ist in erster Linie ein Werkzeug. Und durch seine Schlichtheit stellt der IIIer dies auch in den Vordergrund. Leistung geht nun mal vor.

Traktion: 9.5/10
Im Interview mit LeBron über seinen Schuh hat er offenbart, dass er sehr eng mit Nike bei der Entwicklung zusammenarbeitet. Das macht natürlich auch Sinn. Als neues Flaggschiff muss der Schuh vorallem LeBron bei seinen Taten auf dem Feld unterstützten. Und schaut man sich LJ’s Spiel einmal genauer an, fällt einem auf, dass dieses hauptsächlich durch seinen harten drive zum Korb besticht. Und was ist da nicht wichtiger als perfekte Traktion. Die in der Aussensohle angelegten Flexgrooves vermitteln dem Träger ein natürliches Verhalten und unterstützt den Fuß mit der größtmöglichen Fläche auf dem Untergrund zu haften. In meinen Tests konnte ich diese Wirkung der Grooves sehr gut spüren. Hier merkt man deutlich, dass Nike aus den Erfahrungen von Nike Free und der Huarache Serie lebt. All diese Komponenten wurden bereits in diesen Produkten eingearbeitet und bestätigen seit nun mehr fast 3 Jahren ihren Erfolg. Und auch ich kann dies nur bestätigen. Die Schuhe haften förmlich auf dem Court. Ich bin zwar ein sehr großer Freund der Außenkantenverlängerung im Vorfuß, welche auch im Huarache verarbeitet ist, jedoch lehrt mich der LeBron III das eine perfekten Traktion auch ohne möglich ist.

Sohlenabrieb: 9/10
Zusammen mit der hohen Beständigkeit der Sohlenstruktur, ist der Einsatz auch beim Streetball möglich. Das Material der Aussensohle ist relativ hart und beständig, sodass die Sohle locker mehr als eine Saison halten müssten. Bei meinen Tests kam es zu kaum sichtbare Abreibungen und somit zum Traktionsverlust.

Schnürsystem: 9/10
Eine gute Traktion nützt nichts, wenn der Schuh nicht fest sitzt und die Reaktionen des Spielers direkt umsetzen kann. Die Schnürung beim LeBron III erfüllt dies sehr gut. Sie ist leichtgängig und mit 7 Ösen auf jeder Seite auch mehr als ausreichend. Horizontale als auch vertikale Bewegungen werden sehr gut unterstützt und halten auch bei den schärfsten Cuts den Schuh am Platz. Auch konnte ich keine Blasen oder Blessuren feststellen und dies, obwohl ich teilweise mehrere Stunden den Schuh am Fuß hatte.

Gewicht: 7/10
Jeder Schuh hat irgendwo seine Achillesferse. Beim LeBron III ist dies das Gewicht. Durch die Verringerung der Höhe ist die Low Variante auch um einiges leichter als die Mid Variante. Das macht diesen Schuh auf jeden Fall angenehmer zu tragen. Und LeBron könnte mit dem Low Modell wohl den einen oder anderen Zentimeter noch an Höhe gewinnen. Vergleicht man den Schuh jedoch mit anderen Low-Varianten befindet er sich im unteren Feld wieder. Das schwere Leder sowie die starke Pebax Konstruktion mit Dämpfungskissen sorgen für ein paar Gramm zu viel. Positiv ist allerdings, dass der Schuh trotz dem nicht plump oder klobig wirkt.

Verarbeitung: 10/10
In den letzten beiden Kategorien geht es um die Qualität des Schuhs selbst. Hierzu schauen wir uns jede Naht und Klebestelle des Schuhs nach den Tests sehr ausführlich und mit der Lupe an. Dadurch werden Schwachstellen in der Verarbeitung sehr schnell deutlich. Doch Nike hat hier seine Qualität bis ans Maximum gebracht. Schaut man sich den Preis an, so muss dieser auch gerechtfertigt werden. Nach meinen sechs Tests konnte ich immer noch keine Auffälligkeiten an den Nähten und Klebestellen feststellen.

Haltbarkeit: 10/10
Dies zeigt sich auch in der extrem langen Haltbarkeit. Ich kann zwar nichts darüber aussagen, ob der Schuh zwei, oder drei Saisons durchhält. Jedoch kann ich aus meinen Tests beurteilen das ich keinerlei Verschleißerscheinungen oder Leistungsabfälle verzeichnen konnte. Der Schuh ist so gut verarbeitet und aus den richtigen Materialien erstellt, dass er die heißeste Court-Action locker weckstecken wird. Und für alle die den Schuh auch gern unter der Jeans tragen, ist dies ohne bedenken möglich. Sowohl offcourt als auch oncourt ist dieser Schuh Tag ein und Tag aus ein treuer Begleiter.

Gesamtscore/Fazit: 9,3
Mit dem LeBron III Low bringt Nike die abgespeckte Variante von LJ’s Tretern auf den Markt. Neben seiner hohen Offcourt Tauglichkeit besticht er durch alle Kategorien hinweg. Für mich ein heißer Anwärter nicht nur auf den Schuh des Jahres, sondern auch für die Wahl zum Schuh der Dekade. Für mich persönlich heißt das Fazit, dass der LeBron III Low in jede Baller-Tasche gehören muss. Perfektes, schlichtes Design, gepaart mit Power, Beständigkeit und der besten Leistung aller getesteten Schuhe bisher. Mein Schuh für die Saison.

words & images
DML

{lang: 'de'}

Was meinst Du?

Verwandte Beitr�ge bei Hoopnation

  • No related posts